Ein paar deutschsprachige Segler haben es dieses Jahr an die bretonische Atlantikküste zur WM 2026 geschafft.
Greta (GER306) und Marc (SUI192) berichten von der WM in Carnac.
Bericht von Greta
World Championships Musto Skiff in Carnac Vom 6.6.26-12.6.26 fand die Weltmeisterschaft der Musto Skiff Segler im Yacht Club Carnac in der Bretagne statt. Der Wind blies kräftig und die Sonne begleitete uns jeden Tag, so konnten Montag bis Freitag jeweils 3 Wettfahrten gesegelt werden. Nur eines der Rennen musste wegen zu viel Wind abgebrochen werden. Nach 2 Mastbrüchen und Massenkenterungen hatte die Wettfahrtleitung den Abbruch beschlossen. Für mich war die Teilnahme eine tolle Erfahrung. Zum ersten Mal mit dem Musto Skiff auf dem Meer. Die erste Regatta in einem so großen Feld mit fantastischen Seglern. Eine unfassbar starke Gemeinschaft an Land. Hier hilft man sich mit den Booten, tauscht Werkzeug und Erfahrung aus, feiert und lacht gemeinsam während auf dem Wasser hart um jeden Platz gekämpft wird. Ich habe viel gelernt und mich jeden Tag verbessert. Jetzt freue ich mich schon alle Segler wieder zu sehen, bei der Musto Skiff WM 2027, diesmal am Gardasee.
Greta Müller GER 306
Bericht von Marc
Marc Faas ein alter Hase unter uns Mustoskiffsegler aber auch bei ihm war es die erste WM.
Nach einer Weiten Anreise mit Camper und Hänger über 1’300km nach Carnac und einem Eingewöhnungstag bei den Pre-Worlds waren wir alle mehr oder weniger bereit für die WM.
Nun das dachten wir jedenfalls, bis es am Montag losging. Bereits beim Auslaufen blies uns eine «steife Brise» von West in die Segel und dies sollte noch nicht alles sein.
Tag 1 – Stürmischer Auftakt
Die ersten beiden Wettfahrten konnten noch unter anspruchsvollen, aber segelbaren Bedingungen durchgeführt werden. Besonders die zweite Wettfahrt war bereits von starkem Wind und hohen Geschwindigkeiten geprägt. Am Nachmittag nahm der Wind jedoch weiter zu und erreichte Böen von bis zu 33 Knoten (Windstärke 8).
Die dritte Wettfahrt musste schließlich abgebrochen werden. Alle waren froh darüber ausser einer! Alex Greil hatte als Einziger seinen Musto unter Kontrolle und ging nicht Baden. Als er an der Spitze des Feldes das 2. Mal die Luvtonne rundet, wurde ihm mitgeteilt das der Lauf abgebrochen wurde. Hinter ihm war der Badespass immens. Zahlreiche Kenterungen und Materialschäden prägten das Bild auf dem Wasser. Zwei Gebrochene Masten und viele kaputte Mastschienen waren das Resultat an Land. Der Tag zeigte eindrucksvoll, welche Herausforderungen Starkwindbedingungen im Musto Skiff mit sich bringen.
Tag 2 – Perfekte Skiff-Bedingungen (für könner)
Nach dem extremen Auftakt präsentierte sich Carnac am zweiten Tag von seiner besten Seite. Wir segelten bei sonnigem Wetter und konstantem Wind zwischen 12 und knapp 20 Knoten. Die harten Jungs aus allen Weltmeeren zeigten was sie draufhatten und Pierre-Yves sollte recht behalten sie sind «Crazy Fast!».
Im Laufe des Tages nahm der Wind kontinuierlich zu. Besonders in der letzten Wettfahrt wurden die Bedingungen mit rund 20 Knoten erneut anspruchsvoller. Dennoch konnten alle Rennen planmäßig durchgeführt werden. Und da merkte ich definitiv das Segeln auf dem Meer eine Andere Liga ist. Solche Wellen sind wir uns auf unseren Seen nicht gewohnt und machen das Handling bei diesen Windstärken nochmals anspruchsvoller. Das Logische Resultat war wiederum Badespass in der Bretagne.
Tag 3 – Taktischer Leichtwindtag
Der dritte Wettkampftag begann mit deutlich weniger Wind. Die erste Wettfahrt wurde bei lediglich 7 bis 10 Knoten gesegelt. Dies bei zahlreichen Winddrehern und lokalen Windlöchern. Für mich eine Wohltat ich habe meinen Musto im Griff.
Im Tagesverlauf nahm der Wind schrittweise zu. Die zweite Wettfahrt wurde bei etwa 10 bis 14 Knoten gesegelt, bevor die Windgeschwindigkeit in der dritten Wettfahrt auf 14 bis 18 Knoten anstieg. Gleichzeitig bauten sich größere Wellen auf, wodurch die Zahl der Kenterungen wieder zunahm. And again Badespass, aber deutlich weniger als an den Tagen davor. Durch die wechselnden Verhältnisse hat es das Feld regelmässig durcheinandergewirbelt. Doch am Schluss waren doch immer dieselben als erstes im Ziel.
Tag 4 – Einer der besten Segeltage der Meisterschaft (ausser für Mich)
Strahlendem Sonnenschein und bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 20 Knoten. Hervorragende Segelbedingungen. Jedoch haben die Letzten 3 Tage bei mir deutliche Spuren hinterlassen. Ich war ziemlich «uf de Schnurre» und habe an diesem Tag so gar nichts auf die Reihe gebracht. Somit habe ich mich im 2. Lauf entschieden den Hafen anzupeilen und mich etwas von den Strapazen zu erholen.
Zur gleichen Zeit zeigten Alex mit Plätzen 6, 13, 7 und Pierre-Yves mit Plätzen 11, 14, 19 was sie draufhaben.
Tag 5 – Leichtwindfinale
Der Finaltag begann mit typisch bretonischem Wetter. Leichter Nieselregen und schwache Winde führten zunächst zu einer Startverschiebung.
Die abschließenden Wettfahrten wurden bei deutlich leichteren Bedingungen als an den Vortagen ausgetragen. Für Binnensegler genau das, was wir uns Gewohnt sind und was wir am besten können. Ich konnte den ersten Lauf auf dem 12. Platz beenden was mich fast ein bisschen Stolz macht. Wollte ich doch am Tag davor beim Badespass meinen Musto dem nächstbesten Segler verschenken, war ich jetzt wieder voller Euphorie.
Gleichzeitig war Pierre-Yves nach einer Kenterung mit Spinnaker wegen einem Knoten in der Schot richtig wütend. Diese Energie konnte er im 2. Lauf in Speed umwandeln und verbuchte einen 3. Rang (dasselbe schaffte Alex im ersten Lauf).
Zum Abschluss gönnte sich Alex noch einen Frühstart. Nach 14 Wettfahrten waren wir alle müde und froh, dass wir nun einige Segelfreie Tage vor und haben, wäre da nur nicht das Aufräumen und die Lange Heimfahrt, welche wir noch vor uns haben.
Rob Richardson (GBR) hat die Weltmeisterschaft dominiert, er ist eben «Crazy Fast!». Nach einer konstant starken ersten Wochenhälfte übernahm er die Gesamtführung und baute diese insbesondere am dritten und vierten Wettkampftag entscheidend aus. Seine außergewöhnliche Höhe am Wind und seine hohe Bootsgeschwindigkeit machten ihn zum verdienten Weltmeister.
Alles in allem ein Super Event mit Grandioser Organisation und Verpflegung.
Grosses Dankeschön an den Yacht Club Carnac mit all seinen Helfern, sowie an das OK von Mustoskiff International und den Sponsoren ACO und Musto für ihre Unterstützung.
Dies wird mit Sicherheit nicht meine Letzte WM gewesen sein.
SUI 192 Marc Faas
Das Podest:
| Platz | Segler |
|---|
| 1 | Rob Richardson (GBR) – Weltmeister 2026 |
| 2 | Eddie Bridle (GBR) |
| 3 | Ben Clegg (GBR) |
Euan Hurter und Jamie Hilton komplettierten die Top 5.
Team Germany:
| Platz | Segler |
|---|
| 24 | Hendrik Schürkötter |
| 32 | Greta Müller |
| 33 | Roger Deuce |
| 34 | Anian Pauli |
| 36 | Susanne Sailer |
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Fotos copyright Antoine Dujoncquoy